Wir bauen (noch) und wollen weiter bauen

In der Boom-Branche Bau laufen noch viele Baustellen nonstop – anders als in anderen Branchen, wo die Unternehmen starke Einschränkungen verspüren. Die guten Nachrichten: Trotz der ungewissen Zukunftsprognosen durch Covid-19 ist die Auftragslage vieler Bauunternehmen weiter als positiv zu bewerten. Kommunen beauftragen bereits bewilligte Projekte und industrielle sowie private Auftragger dringen darauf, dass die Projekte in der vertraglich avisierten Zeit fertiggestellt werden.

Auch dürfen in Deutschland die ausführenden Unternehmen ihren Tätigkeiten auf den Baustellen weiter nachgehen, sofern die Hygienestandards und Sicherheitsabstände eingehalten werden. Allerdings werden die Planungen weiterer Projekte sowohl von kommunalen als auch von industriellen und privaten Bauherren vielfach erst einmal auf Eis gelegt, somit wird auch die Ausführung entsprechend verzögert. Und was momentan ein großes Problem ist: in den Kommunen werden die Mitarbeiter nach Hause geschickt. Baufreigaben können nicht erteilt und fällige Rechnungen nicht beglichen werden.

Der Arbeitskräftemangel ist für ausführende Unternehmen auch schon ohne Corona-Krise eine große Herausforderung. Nun bleiben Mitarbeiter aufgrund von Quarantänemaßnahmen zu Hause und Staaten wie Frankreich, Polen, Tschechien und Dänemark untersagen die Einreise von Arbeitskräften sowie die Weiterbeschäftigung der Grenzgänger. Die Beschaffung von Produkten, die im Ausland produziert werden, kann aufgrund der Einschränkungen des Lieferverkehrs schwierig werden.

Wir von 123erfasst bieten in diesen turbulenten Zeiten dem Virus die Stirn und haben uns umgehört wie Bauunternehmen sowie Handwerksbetriebe mit der Situation umgehen:

„Unsere Baustellen laufen glücklicherweise bisher normal weiter. Wir setzen weiterhin auf die Digitalisierung. Da 80 % der Verwaltungsmitarbeiter mittlerweile im home-office sind, kommunizieren wir mittels Video- und Telefonkonferenzen und das klappt gut.“

Sabrina Heinz, Assistentin der Geschäftsführung, Otto Mühlherr Bauunternehmung GmbH & Co. KG, Küps-Tüschnitz

„Wir versuchen den normalen Arbeitsalltag auf den Baustellen mit kleineren Teams aufrechtzuerhalten, halten die Hygienestandards und Abstandsregelungen bestmöglich ein. So vespern z. B. die Kollegen nicht mehr im Bauwagen, sondern auf Sitzgelegenheiten im Freien. Die Beantragung von Kurzarbeitergeld möchten wir vermeiden, das haben aktuell andere Branchen notwendiger.“

Johannes Häfele, Geschäftsführer, Baugeschäft H&M GmbH, Bad Wurzach

„Wir arbeiten wie gewohnt, alle sind angehalten die Hygienestandards und Sicherheitsmaßnahmen einzuhalten, die Mitarbeiter der Verwaltung arbeiten teils vom Homeoffice.“

Bernd Afflerbach, Geschäftsführender Gesellschafter, MATTHÄI Bauunternehmen GmbH & Co. KG aus Verden

„Unsere Auftragslage ist gut. Wir arbeiten momentan unter Hochdruck und machen viele Überstunden um gewappnet zu sein, sollte sich die Situation ändern.“

Ingo Griesbach, Inhaber eines großen Malerbetriebes in Baden-Baden

Bildquelle: ©Dmitry Kalinovsky/Shutterstock.com  Autor: Heike Blödorn