Digitalisierung im Handwerk: So geht Handwerk 4.0

Hände halten ein Smartphone in einer Werkstatt zum Fotografieren

Die Zukunft des Handwerks ist digital – was das für dein Unternehmen bedeutet und wie du dabei sein kannst

Handwerk 4.0 ist ein Projekt zur Digitalisierung der handwerklichen Produktion und soll sie fit für die Zukunft machen. Viele Handwerksunternehmen fragen sich, ob sie mitmachen sollten und welche Vorteile Digitalisierung für sie wirklich bringt. Warum die Digitalisierung auch für dich die richtigen Tools bereithält – und weshalb jetzt die beste Zeit für einen Start ist, erfährst du in diesem Artikel.

Auf den ersten Blick scheint Handwerk das genaue Gegenteil von digital zu sein. Doch die Digitalisierung bietet heute Möglichkeiten für das Handwerk, von denen Unternehmen bis vor Kurzem nur träumen konnten. Dabei geht es nicht darum, Prozesse und Fertigkeiten, für die du mit deinem Team eine unvergleichliche Expertise aufgebaut hast, zu ersetzen.

So digital ist das Handwerk in Deutschland

Laut dem Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz verwenden aktuell 68,8 Prozent der Handwerksbetriebe Digitalanwendungen, wie beispielsweise Online-Plattformen, Social-Media-Kanäle, Software- und Cloud-Lösungen. Der häufigste Grund: Zeit- und Kostenersparnis.

33 Prozent aller Handwerksunternehmen planen internetbasierte Dienste stärker zu nutzen, um ihre Geschäftsprozesse weiterzuentwickeln und effizienter zu machen.

Digitalisierung hilft bei Dingen, die dir in der Vergangenheit stets viel Zeit geraubt haben. Zeit, die du jetzt nutzen kannst, um dich um deine Kernkompetenzen zu kümmern.

Diese Technologien bietet die Digitalisierung dem Handwerk

  • Internet of Things (IoT): Geräte, die direkt miteinander kommunizieren und auf diese Weise Daten austauschen, erleichtern die Arbeit und verbessern den Überblick. Wartungsintervalle, Alerts oder Einsatzberichte automatisieren beispielsweise dein Flottenmanagement oder deine Lagerhaltung.
  • Smartphone-Apps: Mit speziell für eine Branche entwickelten Apps fürs Smartphone kann dein Team Daten im Handumdrehen erfassen und für alle zugänglich machen.
  • Roboter: Roboter übernehmen im Handwerk Aufgaben, die für Menschen beispielsweise potenziell gefährlich sind. Im modularen Bau setzen sie etwa vorgefertigte Teile zusammen, so dass Anforderungen an den Arbeitsschutz umgesetzt werden können.

Mittlerweile gibt es digitale Lösungen speziell für das Handwerk, etwa für Unternehmen in der Baubranche. Die Baubranche muss nicht unterdigitalisiert bleiben. Es gibt spezifische Softwarelösungen für Betriebe wie deinen. Damit gehören händisch geführte Stundenzettel und Mängellisten sowie eine komplizierte Einsatzplanung der Vergangenheit an.

Digitalisierung hilft bei der Verwaltung und beim Projektmanagement – auch im Handwerk

Zum Führen eines Handwerksbetriebs gehört mehr, als gut zu mauern, ein Dach decken zu können oder eine Zuwegung zu pflastern. Der unternehmerische Anteil braucht jede Menge Zeit, Organisation und gute Ideen. Das weißt du aus deiner täglichen Arbeit. Genau da setzt Software fürs Handwerk an. Mit digitalen Tools, die deine Effizienz verbessern.

Es gibt passende Software für unterschiedliche Arbeitsbereiche:

Vergleichen lohnt sich auch bei der Digitalisierung

Die Handwerkskammer Frankfurt hat verschiedene Zeiterfassungsapps verglichen. 123erfasst konnte mit einem umfassenden Angebot punkten. Für kleinere Handwerksbetriebe bieten sich dabei vor allem SaaS-Angebote an. Software-as-a-Service (SaaS) bedeutet, dass Unternehmen sich um nichts kümmern müssen: keine Serverlandschaft unterhalten, keine Updates installieren – einfach das Rundum-sorglos-Paket.

Digitalisierung ermöglicht eine bessere Zusammenarbeit durch BIM

Auch bei der Zusammenarbeit mit Bauherren, Behörden und Nachunternehmern bringt die Digitalisierung dem Handwerk große Vorteile. Ein großes Zukunftsthema der Baubranche heißt BIM – Building Information Modeling. In vielen öffentlichen Bauprojekten ist BIM heute schon als Arbeitsmethode vorgeschrieben. Handwerksunternehmen, die sich um einen Auftrag bewerben wollen, bekommen in Projekten, die BIM als Arbeitsmethode verwenden, Zugang zu diesem Modell, aus dem sie dann die für sie wichtigen Informationen entnehmen können. Im BIM-3D-Modell können dann etwa Angaben zur Wandfarbe in Räumen hinterlegt werden, zu Fenstermodellen oder Terminvorgaben des Bauablaufplanes. BIM ermöglicht eine Steigerung von Produktivität und Zuverlässigkeit im Bau und hat das Bauprojekt auch nach Fertigstellung weiter im Blick.

Die Vorteile von BIM für ausführende Unternehmen, Planungsbüros und Architekten:

  • Gemeinsamer Informationsstand aller Akteure
  • 3D-Modelle mit allen wichtigen Informationen
  • Leichtere Zusammenarbeit und einfaches Nachvollziehen
  • Auswirkungen von Änderungen in Echtzeit
  • Automatische Informationsgewinnung
  • Deutliche Effizienzgewinne
  • Automatische Prüfungen auf Unstimmigkeiten und Fehler
  • Einsetzbar über den gesamten Lebenszyklus des Bauwerks

Förderungen mitnehmen, wenn du dein Unternehmen digitalisieren willst

Planst du Digitalisierungsmaßnahmen für dein Unternehmen, solltest du auch die entsprechenden Fördermaßnahmen prüfen. In einem Beratungsgespräch mit Experten erfährst du, welche Förderangebote für dich infrage kommen und wie du sie beantragst.

Die Förderprogramme haben einen Hintergrund: Rund 16 Prozent aller deutschen Unternehmen gehören dem Handwerk an, das jeden achten sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplatz sichert. Die Digitalisierung verändert Produktions- und Wertschöpfungsprozesse sowie Berufsbilder und Arbeitsplätze grundlegend. Deshalb werden Unternehmen bei der Umsetzung unterstützt.

Dachdecker fotografiert Baufortschritt mit Smartphone auf dem Dach

Digitalisierung im Dachdecker-Handwerk

Die Prange GmbH ist deutschlandweit ein Name für die Eindeckung schiefergedeckter und denkmalgeschützter Gebäude. Dachsanierungen sowie neue Bedachungen von Kirchen, Schlössern, Wohnhäusern, Hotels, Klöstern und Abteien gehören zu den erfolgreich durchgeführten Projekten des Unternehmens. Der Dachdeckerbetrieb setzt seit Januar 2021 auf die mobile Projekt- und Zeiterfassungssoftware 123erfasst.

Folge den Best Cases bei der Digitalisierung des Handwerks

Die beste Zeit, um mit deinem Unternehmen von den Vorteilen der Digitalisierung im Handwerk zu profitieren, ist jetzt. Denn mittlerweile gibt es viele tolle Produkte, die genau für Unternehmen der Baubranche entwickelt wurden – und die Kosten hast du mit Software-as-a-Service im Griff. Du entscheidest selbst, welche Module du wann nutzt und wie viele deiner Mitarbeiter damit arbeiten. Teure Anschaffungskosten für Software sind damit kein Thema mehr. Und dein Bauleiter wird sich freuen, wenn er mit einer Bauleiter-App arbeiten kann, die für ihn eine riesige Zeitersparnis bedeutet, aber kinderleicht auf seinem Baustellenhandy läuft.

Du willst bei der Digitalisierung im Handwerk dabei sein? Prima – dann probier es aus und erfahre selbst, wie du deine Prozesse verbessern kannst.

Bildnachweise: 123erfasst/Timo Lutz Werbefotografie.