Erfolgreich durch den Dschungel der Digitalisierungs-Fördermittel

Erfolgreich durch den Dschungel der Digitalisierungs-Fördermittel

Nie war der Zeitpunkt günstiger Digitalisierungslücken zu schließen. Die Fördertöpfe für KMUs, die sich für die Zukunft rüsten wollen, sind 2021 noch einmal kräftig aufgefüllt worden. Bis zu 100.000 Euro Fördergelder können pro Unternehmen fließen. Und viele der ausgeschriebenen Zuschüsse müssen nicht zurückgezahlt werden. Wir haben einen intensiveren Blick auf die 4 erfolgreichsten bundesweiten Initiativen für Digitalisierung in deutschen KMUs geworfen und außerdem die wichtigsten Förderungszuschüsse für dich aufgelistet.

Der Digitalisierungsturbo soll endlich gezündet werden. Leider sind die dafür zuständigen Fördermittel, Fördergelder, Zuschüsse und öffentlichen Förderprogramme für viele ein Dschungel. Jedes Bundesland in Deutschland hat eigene Prämien und Programme mit dem Ziel, die Digitalisierung in der Region voranzubringen. Die Höhe der Fördersumme orientiert sich meist an der Größe des Unternehmens. Dabei wird zwischen kleinen (< 50 Mitarbeiter und < 10 Millionen Jahresumsatz) und mittleren Unternehmen (50 – 250 Mitarbeiter und 10 – 50 Millionen Jahresumsatz) unterschieden.

Die erfolgreichsten bundesweiten Initiativen

Als besonders beliebt und praktikabel unter den bundesweiten Digitalisierungs-Fördermittelprogrammen haben sich die folgenden vier erwiesen, die wir dir etwas ausführlicher vorstellen wollen.

„Digital Jetzt“ (BMWI)

An alle KMUs in Deutschland wendet sich die Initiative „Digital Jetzt“. Hier fließen reale Werte in deutsche Unternehmen, denn das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) hat im laufenden Jahr das Budget von 57 Millionen Euro auf 114 Millionen Euro aufgestockt.

Beantragen können die Förderung mittelständische Unternehmen aus allen Branchen mit 3 bis 499 Beschäftigten und sogar freie Berufe. Sie können zwei Fördermodule beantragen. Fördermodul 1 unterstützt die Investitionen in Soft- und Hardware, die etwa datengetriebene Geschäftsmodelle, Künstliche Intelligenz (KI), Cloud-Anwendungen, Big Data, Sensorik, 3D-Druck sowie IT-Sicherheit und Datenschutz voranbringen. Fördermodul 2 können Unternehmen für die Weiterbildung von Mitarbeitern im Umgang mit digitalen Technologien beantragen.

Die maximale Fördersumme bei „Digital Jetzt“ beträgt 50.000 Euro, bei Investitionen von Wertschöpfungsketten und/oder -netzwerken sogar bis zu 100.000 Euro pro Unternehmen. Der Zuschuss muss nicht zurückgezahlt werden. Weitere Informationen über das Förderprogramm sind auf der Website des BMWI abrufbar. unter www.bmwi.de/digital-jetzt abrufbar.

BAFA – Förderung von Know-how

Häufig in Anspruch genommen wird auch der BAFA-Zuschuss, der bis zu 4.000 Euro betragen kann. Im Rahmen des Programms “Förderung unternehmerischen Know-hows” werden KMU mit bis zu 250 Mitarbeitern gefördert. Konkret richtet sich die Förderung an Startups, Bestandsunternehmen und Unternehmen in wirtschaftlicher Notlage. Bei letzteren stehen Beratungen zur Wiederherstellung der Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeit im Vordergrund.

Andere KMU können sich bei Projekten im Zuge der digitalen Transformation unterstützen lassen, zum Beispiel bei
• der technischen Beratung, z.B. bei der Einführung neuer Software-Systeme.
• der organisatorischen Beratung, z.B. bei der Einführung agiler Methoden.

Mehr Informationen findest du in der BAFA Förderrichtlinie – der Antrag kann online gestellt werden.

Erfolgreich durch den Dschungel der Digitalisierungs-Fördermittel

„go-digital“ (BMWI)

Konkret geht es bei “go-digital” um einen Zuschuss von bis zu 16.500 Euro für kleine und mittlere Unternehmen mit maximal 100 Mitarbeitern, die ihre Geschäftsprozesse mit digitalen Lösungen optimieren möchten. Unterstützt werden mit dem Programm Beratungsleistungen in den Bereichen „IT-Sicherheit“, „Digitale Markterschließung“ und „Digitale Prozesse“. Dabei werden maximal 30 Beratertage zu einem Höchstsatz von 1.100 Euro mit 50 Prozent gefördert. Die Beratung darf nur von einem autorisierten Berater durchgeführt werden. Zudem sind zwei Beratertage zum Thema “IT- Sicherheit” verpflichtend.

Seit Corona kann zudem im Modul „Digitale Prozesse“ die Einrichtung von Homeoffice-Plätzen beantragt werden. Hierzu zählen Aufbau und Einrichtung der zugehörigen Hardware sowie die Software, wenn diese über die gängigen Standards hinausgeht. Von der Förderung ausgeschlossen sind reine Investitionsmaßnahmen in Hard- und Standardsoftware. „go-digital“ läuft noch bis zum 31.12.2021. Alle Infos zu “go-digital” findest du auf der Website des BMWI.

“go-inno” (BMWI)

Mit „go-inno“ fördert das BMWI die Innovationsberatung von KMU unter 100 Mitarbeitern und mit weniger als 20 Millionen Euro Umsatz. Hier ist ein Zuschuss von bis zu 27.500 Euro drin. Für einen Beratertag sind bis zu 1.100 Euro zu 50 Prozent förderfähig. Das Unternehmen trägt nur den Eigenanteil. Ein Antragsverfahren ist nicht erforderlich.

Die Rahmenbedingungen des Programms sind analog zu denen von „go digital“. Wie dort dürfen nur Leistungen von autorisierten Beratungsunternehmen in Anspruch genommen werden. Eine Kombination beider Programme ist nicht möglich. Weitere Informationen zu „go-inno“ findest du auf der Website des BMWI.

Potenzialhebung muss eindeutig sein

Fast allen Förderungen gemeinsam ist eine Antragstellung bei den zuständigen Projektträgern oder der zuständigen Landesbank. Die Bewilligung kann je nach Bundesland und Projektträger wenige Wochen bis zu drei Monate dauern. Was Ihre Chancen bei allen Digitalisierungs-Förderprogrammen erhöht: Sie sollten nachvollziehbar beschreiben können, inwiefern die geplanten Investitionen die Prozesse in Ihrem Unternehmen optimieren werden. Wie wird beispielsweise die Organisation oder die Buchhaltung effizienter gestaltet? Warum geht das Baustellenmanagement zügiger und transparenter voran? Wie wird die IT-Sicherheit im Unternehmen erhöht? Die Auszahlung erfolgt dann nach der „Verwendungsnachweisprüfung“.

Ein Tipp: Neben finanziellen Zuschüssen bietet der Bund im Rahmen der Initiative Mittelstand-Digital-Netzwerk gerade für Bau- und Handwerksbetriebe auch umfassende Unterstützung in Form von Lern- und Demonstrationsfabriken sowie zahlreiche kostenfreie Informationsveranstaltungen.

Digitalisierungs-Fördermittel in Deutschland:

Bundesland Titel der Förderung Themen der Förderung Höhe der Förderung
Baden-Württemberg Digitalisierungsprämie Digitalisierung, Produkte, Dienstleistungen, IT-Sicherheit 10.000 EUR bis 20.000 EUR, max. 50% der Gesamtinvestition
Bayern Digitalbonus Produkte, Prozesse, Dienstleistungen, IT-Sicherheit 10.000 EUR Zuschuss für Digitalisierungsmaßnahmen und IT-Sicherheit

50.000 EUR Zuschuss für Digitalisierungsmaßnahmen mit besonderem Innovationsgehalt

Berlin Digitalprämie Berlin Digitalisierungsvorhaben von Berliner Handwerkern, Freiberuflern und Unternehmen bis zu 249 Mitarbeiter bis 10 Mitarbeiter: bis zu 7.000 EUR

zwischen 10 und 249 Mitarbeiter: bis zu 17.000 EUR

Brandenburg Brandenburgischer Innovationsgutschein (BIG) Digitalisierungsmaßnahmen 5.000 EUR, 100% Vollfinanzierung – kleiner BIG-Transfer

15.000 EUR, 50% Teilfinanzierung – großer BIG-Transfer

50.000 – 500.000 EUR, 50% Anteilfinanzierung BIG-Digital

Bremen Beratungsförderungsprogramm zu Digitalisierung und Arbeit 4.0 Beratungsleistungen durch Digitalisierungsberater max. 5.000 EUR, max. 50% der Gesamtinvestition
Hessen Digi-Zuschuss  Anschaffungen von IKT-Hard- und Software zur Digitalisierung von Produkten 10.000 EUR Zuschuss
Mecklenburg-Vorpommern DigiTrans Innovative Ideen für neue digitale Geschäftsmodelle, Umstellung analoge auf digitale Prozesse 50% (kleine Unternehmen) 30% (mittlere Unternehmen) für Investitionsummen zwischen 8.000 und 20.000 EUR
Niedersachsen Innovationsförderprogramm für Forschung und Entwicklung in Unternehmen Innovative Entwicklungen und Prozesse, Dienstleistungen 10.000 EUR Zuschuss
Niedrigschwellige Innovationsförderung für KMU und Handwerk Entwicklung und Umsetzung von Prozess- und Organisationsinnovationen Max. 1 Mio. EUR
Digitalbonus.Niedersachsen IT-Sicherheit, Hard- und Softwareeinführung Informations- und Kommunikationstechnologie 50% (kleine Unternehmen) 30% (mittlere Unternehmen) für Investitionssummen zwischen 2.500 und 10.000 EUR
Nordrhein-Westfalen Mittelstand.innovativ – Innovations- und Digitalisierungsgutschein Innovation, Beratung bis zu 10.000 € für Innovationsgutschein B und den Digitalisierungsgutschein A

bis zu 15.000 € für Innovationsgutschein F+E und den Digitalisierungsgutschein B

Rheinland-Pfalz DigiBoost Investitionen in Digitalisierungsvorhaben bis zu 75% der Gesamtinvestition

mind. 4.000 EUR bis 15.000 EUR

Schleswig-Holstein Digitalbonus Investitionen in Soft- und Hardware sowie begleitende Dienstleistungen max. 1.000 EUR
Saarland DigitalStarter Produkte, Prozesse, Dienstleistungen, IT-Sicherheit, Hard- und Software bis zu 50% der Kosten für kleine Unternehmen

bis zu 30% bei mittleren Unternehmen

max. 12.500 EUR, Gesamtinvestition zwischen 3.000 EUR und 200.000 EUR

Sachsen Mittelstandsrichtlinie – Digitalisierung von Geschäftsprozessen Erwerb von Software, Hardware, Einführung der entwickelten Lösungen, Schulungen Zuschuss beträgt bis zu 50% der zuwendungsfähigen Ausgaben, höchstens jedoch 50.000 EUR
Sachsen-Anhalt Digital Innovation Entwicklung von innovativen digitalen Produkten und Produktionsprozessen bis zu 70% der förderfähigen Ausgaben, mx. 70.000 EUR
Thüringen Förderung von Forschungs-, Technologie- und Innovationsprojekten  Prozess- und Organisationsinnovationen 30.000 EUR Zuschuss
Digitalbonus Thüringen Digitalisierung, Informations- und Datensicherheitslösungen 50% der Gesamtinvestition, max. 15.000 EUR (Gesamtinvestitionssumme 5.000 bis 150.000 EUR)

Auch unsere Software-Lösungen für Arbeitszeiterfassung, effizienteres Baustellenmanagement uvm. zählen zu den Maßnahmen, für die du Fördermittel beantragen kannst. Wir beraten dich gerne!

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